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20 Jahre friedliche Revolution und deutsche Einheit

Heute vor 20 Jahren

Moskau gibt grünes Licht für die Deutsche Einheit

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10.02.2010

Bei einem gemeinsamen Besuch von Bundeskanzler Helmut Kohl und Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher in Moskau sicherte der sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow zu, der Einheit Deutschlands nicht im Wege zu stehen. Die Haltung Moskaus zur Wiedervereinigung war zuvor unklar gewesen. Seitens der Bundesregierung hatte die Befürchtung bestanden, Gorbatschow könnte auf einer anderen Lösung der „deutschen Frage“ bestehen.

In einem Gespräch zwischen Kohl und Gorbatschow konnten diese Zweifel ausge-räumt werden. Am Nachmittag des 10. Februar konnte der Bundeskanzler vor der Presse folgende Erklärung abgeben:

„Generalsekretär Gorbatschow und ich stimmten darin überein, dass es das alleinige Recht des deutschen Volkes ist, die Entscheidung zu treffen, ob es in einem Staat zusammenleben will. Generalsekretär Gorbatschow hat mir unmissverständlich zugesagt, dass die Sowjetunion die Entscheidung der Deutschen, in einem Staat zu Leben, res-pektieren wird, und dass es Sache der Deutschen ist, den Zeitpunkt und den Weg der Einigung selbst zu bestimmen.“

Die Gesprächspartner waren sich jedoch auch einig darin, dass der fortschreitende Einigungsprozess nur im gesamteuropäischen Zusammenhang gedacht werden kann: Die deutsche Einheit müsse ein Teil der europäischen Einheit sein. Die Zeit des Misstrauens, das der Zweite Weltkrieg gesät habe, sei nun vorbei.

Die deutsche Presse nahm die Ergebnisse des Gesprächs zunächst sehr nüchtern auf. Die Bedeutung des sowjetisch-deutschen Gesprächs erschloss sich nicht beim ersten Hören, und viele Sachfragen verstellten dieser Tage den Blick auf die historische Zäsur, die das Treffen markierte. Erst am Tag darauf wurde registriert, dass Gorbatschow seinem Gast „den Schlüssel zur Lösung der deutschen Frage überreicht“ hatte.

Für die Bundesregierung war das Signal aus Moskau der „Durchbruch“ auf dem Weg zur Deutschen Einheit. Zu diesem Zeitpunkt war man sowohl in Moskau als auch in Bonn überrascht, mit welchem Tempo sich die Annäherung zwischen der Bundesrepublik und der DDR entwickelt. Helmut Kohl erklärte, es komme nun darauf an, den Menschen in der DDR bei einem Neubeginn zu helfen.


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