Navigation und Service

Logo: Bundesministerium des Innern (Link zur Startseite)

20 Jahre friedliche Revolution und deutsche Einheit

Mauerfall

Jubelnde Menschen in der Nacht des Mauerfalls (Quelle: BPA)

Am Abend des 9. November verliest Günter Schabowski, Mitglied des SED-Politbüros, während einer Pressekonferenz den Entwurf der DDR-Führung für eine neuen Reisereglung: „Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen (Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse) beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt. Die zuständigen Abteilungen Paß- und Meldewesen der Volkspolizeikreisämter in der DDR sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen, ohne daß dabei noch die Voraussetzungen für eine ständige Ausreise vorliegen müssen. […] Ständige Ausreisen können über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD bzw. zu West-Berlin erfolgen.“ Auf Nachfrage der Journalisten, wann die Neuregelung in Kraft treten wird, antwortet Schabowski: „Das tritt nach meiner Kenntnis… ist das sofort, unverzüglich.“, obwohl der Entwurf erst am nächsten Tag veröffentlicht werden sollte. Über die Medien verbreitet sich schnell die Nachricht, dass die Grenzen geöffnet werden sollen. Tausende Ost-Berliner drängen an die Grenzübergangsstellen. Als der Druck auf die Grenzanlagen zu groß wird, öffnen die Grenzpolizisten der DDR eigenmächtig die Schlagbäume

Trotz weiter bestehender Visumspflicht strömen Tausende nach West-Berlin und in grenznahe Orte in der Bundesrepublik. Es kommt zu volksfestartigen Feiern. Im Laufe der nächsten Woche ändern sich die Parolen der Demonstranten von „Wir sind das Volk“ zu „Wir sind ein Volk“ und „Deutschland, einig Vaterland“. Schätzungsweise 3 Millionen DDR-Bürger besuchen bis Ende November West-Berlin oder die Bundesrepublik Deutschland. Der geordnete Abriss der Berliner Mauer beginnt am 19. Februar 1990.


Diese Seite:

© Bundesministerium des Innern - 2009