Navigation und Service

Logo: Bundesministerium des Innern (Link zur Startseite)

20 Jahre friedliche Revolution und deutsche Einheit

Heute vor 20 Jahren

Die Landesdelegiertenkonferenz beschließt die Umbenennung der SDP in SPD

Hauptinitiatoren der SDP waren die evangelischen Theologen Markus Meckel und Martin Gutzeit. Im April 1989 verfassten sie einen erster Entwurf für einen Gründungsaufruf, der im August in der Berliner Golgathagemeinde vorgestellt wurde.

Auf der Gründungsversammlung der Partei im Pfarrhaus in Schwante nahmen zwischen 40 und 50 Personen hauptsächlich aus Berlin und dem Süden der DDR teil. Zum Ersten Sprecher der Partei wurde Stephan Hilsberg gewählt, Geschäftsführer wurde Ibrahim Böhme.

In der Zeit zwischen Oktober und Dezember 1989 wurden in verschiedenen Städten Regionalgruppen der SDP gegründet. Die Partei erhielt zwei Sitze am Zentralen Runden Tisch der DDR. Ab dem 13. Januar 1990 führte die Partei nach einem Beschluss der 1. Delegiertenkonferenz in Berlin die Abkürzung SPD, was eine Hinwendung zur westdeutschen Sozialdemokratie verdeutlichte.

Auf dem ersten Parteitag vom 22. bis 25. Februar 1990 in Leipzig wurde Ibrahim Böhme zum Vorsitzenden gewählt. Weiter wurde das Grundsatzprogramm und ein Statut der SPD der DDR beschlossen.

Die Volkskammerwahl am 18. März 1990 brachte eine Enttäuschung für die Sozialdemokraten, die als Wahlgewinner gehandelt worden waren. Statt mit der erhofften absoluten Mehrheit zog die SPD mit 21,7 Prozent der Stimmen in das Parlament ein. Nach internen Debatten einigte man sich darauf, in Koalitionsverhandlungen mit den Wahlsiegern, der Allianz für Deutschland aus CDU, DSU und Demokratischem Aufbruch sowie dem Bund Freier Demokraten, einzutreten.

In die Zeit der Koalitionsverhandlungen fiel die Enttarnung des Vorsitzenden Ibrahim Böhme als langjähriger Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit durch das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Obwohl er alle Vorwürfe dementierte, trat er am 1. April von allen seinen Parteiämtern zurück. Am 8. April wurde Markus Meckel zum Interims-Vorsitzenden der SPD der DDR bestimmt, bis auf einem Sonderparteitag in Halle (Saale) am 9. Juni Wolfgang Thierse zum Vorsitzenden gewählt wurde. Auf dem gleichen Parteitag wurde auch Willy Brandt zum Ehrenvorsitzenden der SPD der DDR gewählt.

Vom 12. April bis zum 20. August 1990 war die SPD der DDR an der Regierung des Christdemokraten Lothar de Maizière mit sechs Ministern beteiligt.

Auf dem Parteitag am 26. September 1990 vereinigte sich die SPD der DDR mit der SPD der Bundesrepublik Deutschland.


Diese Seite:

© Bundesministerium des Innern - 2009-2012