Bildung eines Länderrates und eines Verwaltungsrates der westlichen Besatzungszonen laut „Frankfurter Charta“
Die im Potsdamer Protokoll vorgesehene Behandlung Deutschlands als wirtschaftliche Einheit scheiterte an der Politik der vollendeten Tatsachen, die die UdSSR in ihrer deutschen Besatzungszone betrieb und am französischen Widerstand gegen jede Errichtung deutscher Zentralbehörden. Vor allem den Amerikanern lag jedoch daran, Deutschland wirtschaftlich wieder auf die Beine zu helfen. Als Reaktion auf die Versorgungsschwierigkeiten im Winter 1946/47 legten daher die USA und Großbritannien ihre Besatzungszonen am 1. Januar 1947 zur Bizone zusammen. Frankreich und die UdSSR protestierten gegen die Errichtung der Bizone.
Zur Verwaltung der Bizone wurden Ämter für Post, Verkehr, Wirtschaft, Finanzen, Arbeit sowie Ernährung und Landwirtschaft eingerichtet, an deren Spitze Direktoren standen. Am 7. Januar 1948 erfolgte dann die erste deutsch-alliierte Konferenz der Ministerpräsidenten und Militärgouverneure der amerikanischen und britischen Zone über die Neuorganisation der Zweizonenverwaltung. Es folgten am 9. Februar 1948 die Beschlüsse zur Umbildung des Wirtschaftsrates und die Schaffung einer zweiten Kammer aus Vertretern der deutschen Länder. So wurde im März 1948 Ludwig Erhard zum Direktor der Wirtschaftsverwaltung gewählt. Sitz der Bizonen-Verwaltungen war Frankfurt am Main.
Frankreich tratt es erst am 8. April 1949 der Bizone bei, die sich damit zur Trizone erweiterte. Zunächst nur aus rein wirtschaftlichen Interessen gegründet, wurden Bizone und Trizone und ihre Institutionen jedoch im Zuge des sich verschärfenden Ost-West-Konfliktes zu Vorläufergebilden der Bundesrepublik Deutschland.




